Sonntag, 15. Juli 2018

Die Geschichte, wie die Angelsachsen nach England kamen*


Die Angelsachsen. Keine andere Bevölkerungsgruppe hat England ihren Stempel so aufgedrückt wie sie. Im englischen Sprachgebrauch ist es sogar heute noch üblich, von den Bewohnern der gesamten englischsprachigen Welt als den „Anglo-Saxons“ zu reden. Wer genau diese Angelsachsen aber waren, die an der Wende der Antike zum Mittelalter die britische Insel stürmten, darüber ist tatsächlich nur wenig bekannt. Das Problem ist folgendes: Mit dem Abzug der römischen Truppen aus Britannien nehmen – wie auch auf dem Kontinent – die schriftlichen Quellen massiv ab. Genau zu bestimmen, wer da auf die britische Insel kam, ist schwierig. Die Völker, über die wir hier reden wollen, wussten es ja nicht mal selbst! Wir sprechen schließlich über eine Zeit, in der sich in Europa viel bewegte – im ganz wörtlichen Sinne. Damals wanderten auf dem Kontinent zahllose kleinere und größere Gruppen von Angeln, Sachsen, vor allem aber Goten, Langobarden, Franken und anderen umher. Einige dieser Gruppen schafften es offensichtlich auch auf die britische Insel. Und sie sollten sie für immer verwandeln.

Anglo-Saxon king with his witan, in: Illustrated Old English Hexateuch (11th century)
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e4/Witan_hexateuch.jpg

Sonntag, 1. Juli 2018

Von Würmern, Wässern und Wunden – Arzneibücher im Mittelalter

Weme eyn vel oeuer dat oughe gewasen is, dey sal nemen eyne gans swarte katten ind dat hovet bernen to puluer. Mit dieser Präparationsanweisung zur Herstellung eines Heilpulvers aus dem zu Pulver gebrannten Kopf einer schwarzen Katze, das gegen Hautfalten über dem Auge eingesetzt werden kann, beginnt das im 15. Jahrhundert entstandene Stockholmer Arzneibuch. Ganz andere Informationen liefert der Beginn des um 1400 zusammengestellten Utrechter Arzneibuchs: De minsche is gemaket van ver stucken: van der erde vnde van der lucht, van vure vnde van watere. Mit dem Rückgriff auf die Vier-Elemente-Lehre, nach der alles Sein aus den vier Elementen Erde, Luft, Feuer und Wasser zusammengesetzt ist, wird hier der Mensch in dieses Schema eingeordnet. Obwohl beide Texte schon zu Beginn ganz unterschiedliches heilkundliches Wissen vermitteln, können sie dennoch beide als Arzneibücher eingeordnet werden. In diesem kurz!-Artikel sollen deutsche, insbesondere mittelniederdeutsche, Arzneibücher des Mittelalters genauer betrachtet werden. Es soll danach gefragt werden, aus welchen Texten diese zusammengesetzt sind und aus welchen medizinischen Wissensbereichen sie Wissen vermitteln.

Anatomische Darstellung der Venen an einem Venenmann (13. Jh.)
(https://en.wikipedia.org/wiki/Medieval_medicine_of_Western_Europe#/media/File:13th_century_anatomical_illustration_-_sharp.jpg)